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In Europa ein Phänomen, in Lateinamerika Superstars. Der treibende Musikstil der zwölfköpfigen Gruppe liegt irgendwo zwischen Ska, Reggae und Punkrock und wird mit jedem nur erdenklichem südamerikanischen Stil und Rhythmus versetzt. So lassen Panteón Rococó Rumba, Salsa, Tango, Cumbia oder Merengue in ihre Lieder mit einfließen. Das Bild, das auf
ihren Konzerten entsteht, ist immer das gleiche: Nach den ersten Takten
feiern Band und Publikum zusammengeschweißt eine schweißtreibende
Party. Die Stimmung ist in kürzester Zeit am Siedepunkt angekommen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob Panteón Rococó
in
Mexiko, Kopenhagen, Berlin Konzerte vor weniger als 1.000 Leuten gibt es aber hierzulande kaum noch. Zu berühmt sind ihre Auftritte. 15 Gigs auf der letzten Deutschland-Tour waren restlos ausverkauft - und das ohne eine offizielle CD in Europa auf den Markt gebracht zu haben. Panteón Rococó nutzen einen freien Tag auf ihrer kurzen Festivaltournee Anfang Juli zu einem zweiten Besuch in Oldenburg. Am Tag nach dem Alhambra-Gig treten sie als Headliner auf dem Fusion Festival auf, einen weiteren Tag später sind sie in St. Gallen gleich nach R.E.M. zu sehen. Headliner sind sie in ihrer Heimat schon längst. Ihre CD "Compañeros Musicales" wurde allein im ersten Monat nach ihrer Veröffentlichung über 40.000 Mal verkauft und mit Gold ausgezeichnet. Ihre Singleauskopplung "Sonia" hielt die in Mexiko sehr beliebten Metallica lange Wochen vom Sprung auf Platz 1 der Charts ab. Doch sind Panteón
Rococó mehr, als nur eine von vielen populären Gruppen mit
hohen Verkaufszahlen: Ihr politisches Engagement, das sich in den Texten
ungeschminkt wiederspiegelt, verschafft ihnen nicht nur Freunde. So beschreibt
die letzte Single der Mexikaner - "La Ciudad De La Esperanza"
( die Stadt der Hoffnung) - die alltägliche Gewalt und ebenso normale
Korruption im 18-Millionen-Moloch Mexico City. Da das Stück in Wahlkampfzeiten
auf den Markt kam, wurde es kurzerhand fast von allen Radiostationen boykottiert. |
